Viele Menschen, die studieren, enden beruflich einmal ganz woanders. Wenn man akademische Fachrichtungen mit wirtschaftlichem oder „handwerklichem“ Schwerpunkt (BWL, Informatik etc.) gedanklich ausklammert, wird das bei den meisten sogar wahrscheinlich eher die Regel als die Ausnahme sein. Insofern lohnt es sich, die so genannten „geisteswissenschaftlichen “ Studiengänge auch in einem größeren Kontext als allein mit Blick auf die antizipierte Berufswahl auszuwählen. Denn was einen beruflich nicht weiterbringt, kann im Alltag (und somit im Leben) immer noch weiterführen.

Psychologie – Mensch, denk doch nach!

Ziel der Psychologie ist es, zu verstehen, warum wir die Dinge tun, die wir tun. Wer ein oder zwei Dinge über menschliche Motivation gelernt hat, wird wahrscheinlich einen einfacheren Umgang mit Kollegen in jedem Bereich haben und daher in jeder Hinsicht „ein gutes Händchen“ bei der Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes haben. Das soll nun nicht bedeuten, insgeheim Therapieansätze oder Analysen der Menschen am Arbeitsplatz zu versuchen. Doch es ist zweifelsohne von immensem Wert, etwas über die allgemeinen Prinzipien des menschlichen Verhaltens zu studieren. Allein schon um das eigene Verhalten sowie das Verhalten anderer etwas besser und geduldiger interpretieren zu können. Obwohl ein Kommunikationspsychologie Master immer noch Fragen darüber haben mag, warum sein Chef das tut, was er tut, wird er zumindest etwas besser gerüstet sein, um täglich mit den Eigentümlichkeiten der Kollegen besser umgehen zu können.

Philosophie – Ich studiere, also bin ich (gewappnet für den Bullshit da draußen)!

Einer der „unwirtschaftlichsten“ Studiengänge überhaupt kann tatsächlich einer der nützlichsten im Leben sein. Denn das Leben ist voll von Menschen, die mit gewinnorientierten Glaubenssystemen hausieren gehen. Philosophie-Studenten sind quasi trainierte Spürhunde für eingängige Weltbilder, die versuchen, „Bedeutung“ zu verkaufen. Das macht sie überaus resilient gegen die Verheißungen und Verschwörungstheorien von selbsternannten Supergurus oder Schlangenölverkäufern. Denn Philosophen erkennen und durchschauen meist alles, was „zu gut ist, um wahr zu sein“.

Geschichte – Es war einst …

Das Studium der Herausforderungen, die unsere Vorfahren plagten, kann wertvolle Lektionen für heute liefern. Könige, Präsidenten, Geschäftsmagnaten und Denker der Vergangenheit geben nicht nur durch ihre Erfolge und Fehlschläge Orientierung, sondern auch durch ihre Handlungen. Wir können von allem lernen, was sie getan haben …. und auch von dem, was sie nicht getan haben, um selber sehr viel bewusster und leichter das Leben gestalten zu können. Das liefert nicht nur faszinierende Einblicke in den menschlichen Werdegang, sondern auch in die Parallelen gesellschaftlichen Handelns, die immer so zeitlos wie prägend sein können. Denn im Kern ist die Menschheit von denselben Dingen getrieben wie eh und je. Dies niemals zu vergessen, ist ein immerwährender, hilfreicher Erfahrungsschatz!